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Glas Wars – Die Sektgläser schlagen zurück

Finger streichen über den Glasrand. Ein sanfter, hoher Ton erklingt. Ein Ton, den man beim ersten Hören nicht einordnen kann, jedoch die volle Aufmerksamkeit der Klasse auf sich zieht.
In Frau Lindenaus Musikkurs der 9. Klassen üben die SchülerInnen seit drei Wochen, auf Gläsern Töne zu erzeugen.

„Ich kann keinen Ton auf den Gläsern spielen, wie schafft ihr das?“, fragt ein Schüler verzweifelt. Lea erklärt es ihm noch einmal: „Du legst deinen nassen Finger ganz leicht auf das Glas und ziehst Kreise auf dem Glasrand.“ Endlich ertönt der Klang der Glasharfe, so nennt man das Instrument, das aus selbst angefertigten Gläsern besteht. Das Instrument ist in der Lage, Töne vom „kleinen g bis zum „viergestrichenen d zu erzeugen.
Der Kurs hat die Aufgabe, alle Gläser auf einen beliebigen Ton zu stimmen und eine C-Dur-Tonleiter zu kreieren, wofür sie Gläser, eine Gießkanne und ein Stimmgerät zur Verfügung gestellt bekommen.
Auf unsere Nachfrage der Vorgehensweise antwortet eine Gruppe aus einer Handvoll SchülerInnen, sie würden die Gläser mit verschiedenen Mengen an Wasser füllen um die Tonhöhe zu variieren. „Wenn ich viel Wasser in mein Glas fülle wird der Ton tiefer, habe ich wenig Wasser in meinem Glas, klingt der Ton automatisch höher.“ Da es bei dieser Aufgabe um Präzision geht, ist die Anspannung im Raum zu spüren. Wegen der Lautstärke funktionieren die Stimmgeräte nicht richtig, weshalb sich die SchülerInnen nach kurzer Absprache auf verschiedene Räume aufteilen. Außerdem erklingen beim Spielen des Glases mehrere Töne gleichzeitig, weswegen das Gehör der SchülerInnen bei dieser Herausforderung das A und O ist. Hierbei hilft den Jugendlichen eine Stimmapp, die einen ausgewählten Ton abspielen kann.
„Haben wir noch Sektgläser mit schmalem Rand?“, hallt als Frage durch den Raum. Was ist denn die Besonderheit von Gläsern mit schmalen Rand? „Hauptsächlich benutzen wir dünne Gläser, da diese einerseits tiefer klingen und man andererseits leichter auf ihnen spielen kann.“
Auch die zweite Aufgabe nimmt viel Zeit in Anspruch, doch das Ergebnis kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Die SchülerInnen meistern die Aufgabe mit Bravour und erstellen ein Video in dem eine Tonleiter aus 7 Tönen klar zu erkennen ist. Auch das Ergebnis der anderen Aufgabe filmen sie und laden das Video anschließend auf ihrem Schulportal hoch.
In der nächsten Woche entscheidet Frau Lindenau sich zu einer kurzen Einheit zu dem Thema Schwingungen, in welcher die SchülerInnen den Unterschied zwischen 430 Hertz und 440 Hertz erkenne sollten. Der Grundton auf 440 Hertz klingt durch die Schwingungsfrequenz höher als 430 Hertz. Das versteht die Klasse schnell, womit die Arbeit an dem zweiten Teil des Projektes: „Star Wars“ beginnen kann. Erneut begeben sich die Jugendlichen an die Glasharfen und stimmen eine Melodie aus sieben Tönen. Da nicht alle Schüler in der Lage sind, die Glasharfe zum Klingen zu bringen, müssen einzelne Personen zwei Töne spielen. Das hindert die Klasse jedoch nicht daran, das bestmögliche Ergebnis auf die Beine zu stellen. Uns fasziniert, dass es sich durch die leise und angenehme Atmosphäre im Klassenraum so anfühlt als würden die SchülerInnen auf „echten“ Instrumenten spielen.
„Mir hat dieses Projekt sehr gefallen, da es die Vielfältigkeit der Musik widerspiegelt. Ich hätte wirklich nie gedacht, dass wir einzig und allein durch das Streichen auf Gläsern einen so schönen Ton erzeugen können. Dass es bei manchen SchülerInnen nicht mit dem Spielen geklappt hat, hat unsere Arbeit nicht sonderlich eingeschränkt. Wir sind eine Klassengemeinschaft und haben dieses Projekt zusammen in die Tat umgesetzt“, lautet das Fazit eines Schülers. Auch uns hat die Zeit im Musikkurs der neunten Klassen gefallen und wir hoffen, dass sich bald wieder die Möglichkeit ergibt, einen Blick oder eher gesagt ein Hineinhören in die Musik des Gymnasiums Meiendorf zu werfen.

Christin, Linus B., Klara, Till, Jamie, Linus F., Krystian, Liv, Marcel, Merle, Lea, Hendrik, Finn, Noah, Lieve, Nick, Lena, Sebastian, Tessa, Svenja, Tabea, Gelan, Mina (Musikkurs 9a und 9b)

21. Mai 2019

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