VS auf Zypern!

Drei Schüler des Gymnasiums Meiendorf vertraten bei RIMUN (Rome International Model United Nations) im April das Land Zypern. Sie hatten sich so gut auf ihre Aufgabe als Delegierte vorbereitet, dass der Schulleiter der Grammar School aus Nikosia, die ebenfalls am MUN teilnahm, derart beeindruckt von den profunden Kenntnissen der Schüler über sein Land war, dass er sie einludt, Zypern "live und in Farbe" kennenzulernen. Nun sind die Schüler von ihrem Besuch zurück und berichten Folgendes:

Am 2. Juli 2008 ging's los. Wir, Domenic Pfau (VSb), Lea Tamm (VSa) und Marie- Grace de Jesus (VSa) flogen abends aus Hamburg mit einem Zwischenstopp in Prag nach Nikosia. Wir erkundeten am ersten Tag die nähere Umgebung und lernten bei einem traditionellen griechischen Abendessen unsere Hosts, also Gastgeber (Robert, Marina, Irene), besser kennen. Da es mittags um die 40°C warm war, kühlten wir uns Freitag im Eleon Pool ab. Noch am selben Tag, fuhren wir nach Zoopigi, ein Dorf, das 1,5 Stunden von Nikosia entfernt liegt. Dort fand ein Kulturfest statt, bei dem Maries Gasteltern eine traditionelle zypriotische Hochzeit mit einer Tanzgruppe vorgeführt haben.



Am Samstag trafen wir uns bei der Ledra, einer großen Einkaufstrasse, die erst seit April diesen Jahres voll zugänglich ist, da sie vorher durch die sogenannte Green Line geteilt war. Die Green Line ist die Abgrenzung von Nordzypern, dem türkischbesetzen Teil und Südzypern, dem griechischen Teil. Und darin besteht die Problematik: Denn Nikosia ist die letzte geteilte Hauptstadt der Welt.

Am Sonntag durften wir das tiefblaue klare Wasser am Strand von Protaras genießen.



Am nächsten Tag fuhren wir wieder zur Ledra, um zypriotische Gerichte zu probieren. Dienstag trafen wir Herrn Afamis, den Headmaster, den wir schon in Rom kennengelernt haben an der Grammar School, die Privatschule, auf die unsere Hosts gehen. Abends unternahmen wir Unterschiedliches. Marie zum Beispiel besuchte ein Dorf, um dort weitere zypriotische Spezialitäten zu probieren. Am Mittwoch besuchten Marie und Domenic den nördlichen Teil Zyperns in Begleitung von Domenics Gastschwester Aria. Um die Grenze zu durchqueren, mussten wir ein Visum ausfüllen. Es gibt viele Zyprioten, die den nördlichen Teil nicht besuchen, weil sie ihren Pass nicht im eigenen Land zeigen möchten. Damit zeigen sie, dass sie den nördlichen Teil noch immer nicht anerkennen. Auch wirkt sich der Hass von den beiden Völkern auf das ganze Leben aus. Sie wuchsen bereits mit der Einstellung auf, alles zu vermeiden, was türkisch ist.

Am Donnerstag nahmen wir noch an einer Erkundungstour durch die Altstadt teil. Dabei haben wir noch viel über die Geschichte von Nikosia erfahren. Danach packten wir schweren Herzens unsere Sachen und trafen uns bei Robert, um uns von allen zu verabschieden. Diese unvergessliche Woche ging leider viel zu schnell zu Ende und wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen mit unseren neugewonnenen Freunden!

M. de Jesus & L. Tamm

 

 

Erste zypriotische Austauschschüler am Gymei

 

Als die vier Zyprioten, Stephan, Tefkros, Maria und Andria von der Grammar School Nicosia am 13. November 2009 nach einer 12- stündigen Reise endlich am Hamburg Airport ankamen, wurden sie gleich vom typischen Hamburger Wetter in Empfang genommen. Sollte das ein Omen für die kommenden neun Tage sein?

 


 

In der Schule wurden die Gastschüler von Frau Runge und Herrn Adermann begrüßt. Nach einer kurzen Unterhaltung wurden die völlig erschöpften 16- bis 17- jährigen von ihren Gastfamilien abgeholt und legten sich sofort ins Bett.

Da in der Woche, in der die Zyprioten in Hamburg waren, der Winterdom stattfand, nutzten wir die Gelegenheit und zeigten ihnen etwas, was sie noch nie zuvor im Leben gesehen hatten: einen Jahrmarkt. Keiner der vier kam aus dem Staunen wieder heraus.

 


Am nächsten Tag ging das Staunen weiter. Wir fuhren zum AEZ und zeigten ihnen, wie man in Deutschland shoppen geht. Besonders die Mädchen waren in ihrem Element, obwohl sie so ein großes Einkaufszentrum noch nie von innen gesehen hatten. Angetan waren sie vor allem von H&M, was man auf Zypern nicht findet. In den folgenden Tagen spielte sich eine gewisse Routine ein: Schule – Sightseeing – Schule – Shoppen – Schule.
Doch am 22. November war es schon wieder vorbei. Eine aufregende Woche war schnell vorbei gegangen und wir hoffen, dass wir bald wieder Zyprioten begrüßen dürfen.

 

L. Tamm